Franzosentreppe

1807 errichtete Napoleon das Königreich Westfalen. Dazu gehörte auch das Königreich Hannover und somit auch der Flecken Bevensen. Folglich war auch eine französische Verwaltung und Besatzung in Bevensen vorhanden.
Natürlich kam es auch bei den Franzosen in Bevensen zu Todesfällen. Sie wurden wie die verstorbenen Bevenser Bürger auf dem Friedhof bestattet. Die Gräber erhielten Grabsteine mit ausgearbeiteter Inschrift.
1858 wurde der Friedhof ausgehoben. und ist uns jetzt als „Wilhelmsgarten“ in der Nähe des Bahnhofs bekannt.
Die Gräber wurden eingeebnet, die Grabsteine holten sich die Angehörigen ab.
Teilweise sollen sie noch heute auf dem Hof von manchem Bevenser Grundstück liegen. Die Grabsteine der Franzosen übernahm damals der Färber Ludwig Wagner. Er erweiterte später seine Färberei und benötigte außen am Haus eine neue Treppe. Für diese Treppe wurden die vorhandenen französischen Grabsteine als Stufen verwendet. Teilweise kam beim Einbau die beschriftete Seite nach oben, so dass die eingemeißelten Namen lesbar waren. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Treppe viel genutzt. So wurden im Laufe der Jahre in der Mitte der Stein-Stufen die eingelassenen Namen abgerieben.
Am Stufenrand sind wie vor rund 200 Jahren die französischen Namen noch teilweise gut erkennbar. Die Haustreppe hat daher im Volksmund den Namen „Franzosentreppe“ erhalten und gehört heute zum Haus Nr. 2 in der Bergstraße.

Teilweise noch lesbare Namen

sieht man auf der "Franzosentreppe" an der Bergstraße 2.

Fotos: H.G. Brodkorb